Heldin
Es passiert manchmal das die Lichtschranken laut fiepen wenn ein Kunde den Laden verlässt. Die bleiben dann stehen, werden manchmal rot im Gesicht und kommen dann zurück zur Kasse und wir schauen nochmal in die einkaufstüten.
Er ist nicht stehen geblieben und er ist auch nicht rot geworden.
Er ist einfach weitergegangen und das schnurstraks. K hat noch gesagt:”Hey!” und da lief meine Mama, die gerade bei uns einkaufte, schon los und holte ihn zurück. Ich bat ihn doch bitte seinen prall gefüllten Rucksack herzugeben und dann viel mir ein, das ich da gar nicht reingucken darf.. J musste ich holen und begeistert war sie nicht, das da ein Rucksack gefiept hatte…
Er öffnete ihn freiwillig und Kleidung kam uns entgegen gepurzelt.
J bat ihn nach hinten und im Grunde hab ich die ganze Zeit über wie ein Schatten bei dem Mann gestanden.
“Ehm.. Isch musch mal auf Klo.. Pissen”. “Entschuldigen sie bitte,” sagte ich mit gaanz ruhiger Stimme, “Ich kann sie hier nicht rauslassen.” “Warum nisch.. dasch isch doch behindert”.
Er grinste schief und lümmelte auf dem kleinen Hocker herum.. Wir hatten 4m^2 für uns und davon war die hälfte nicht mit Möbeln zugestellt. Ich ging auf abstand.. was wenn er versucht mich zu haun? Was wenn er eine Waffe hat? Was wenn er mir was antut? Ich hab dann meine Arme verschränkt. Das muss ziemlich bedrohlich ausgesehen haben.
“Isch würd hier scho rauskommen wennsch will!” “Das glaube ich ihnen, meine Anweisungen sind jedoch, das ich mit ihnen in diesem Raum auf die Beamten der Polizei warten muss.” “Warum denn Polizei?!” “Weil die Beamten den Tatbestand aufnehmen müssen.” “Wasch für Tatbestand? Dasch meins isch wollt nur umtauschn”
Ich hielt lieber meine Klappe und ging einen schritt zurück.. Zum Glück machte J bald die Tür auf und ich begleitete den Herren bis zum Klo.. nicht mit rein natürlich blieb ich draußen stehen und hab aufgepasst. Als er wieder draußen war sagte er “Isch hab keine Zeit isch muss weg”. Wieder begann ich ihm das deutsche Rechtssystem runterzurattern nur damit er bei mir bleibt und nicht losrennt oder so.. Immerhin waren da noch andere Kunden.. Ende vom Lied: Die Zeit die wir auf die Polizei warteten war endlos und als mir ein großer Mann zu verfügung gestellt wurde war ich erleichtert.
Als die Polizisten dann da waren war ich irrsinnig erleichtert und ich hab dann noch gegrunzt weil mir schleim in den hals gerutscht ist. Tja cool war das nicht aber alle haben es gekonnt ignoriert und viel röter als ich vor Aufregung war hätte ich vor Scham sowieso nicht werden können.
Im Endeffekt hatte ich den Spinnenbonus. Der Eindruck den ich auf ihn gemacht habe, der war schlimmer als ich wirklich bin. Ich hatte viel mehr Angst vor ihm als er vor mir 
Das Tatwerkzeug hat J dann nachher noch im Papiermülleimer auf der Toilette gefunden
Euphorie!!
Ich bin stolz auf Euch, Lady Nina! Aber ich finde es schon ein wenig merkwürdig, dass man Euch mit ihm alleine ließ. Also – nicht merkwürig – und nicht dass ich Euch nicht zutrauen würde, mit soje… etwas fertig zu werden, aber … es gehört sich nicht.
Eine Lady und einen Gefangenen. *kopfschüttel*
Ohne ein Gitter dazwischen.
Whay, Glückwunsch zur bestandenen Heldentat!
Ich glaub, ich hätte mir teilweise ins Hemd gemacht und mich gar nicht erst auf Diskussionen eingelassen ;) Aber man weiß ja nie, wie man in so einer Situation reagiert.
Gut gemacht!