OddNina

Don't just do something. Stand there!

re:publica 2011

first day impre:ssions

Fuck yeah. Konferenzen sind nich mein Ding(!) aber die Menschen die hingehen schon. Zmindest ist das auf der jetzt vergangenen republica so gewesen. Ich habe keine Ahnung von Fachkonferenzen und eigentlich interessierten mich rund Dreiviertel der ‘Panels’ kaum, weil es mir nicht darum ging mir erklären zu lassen, wie unglaublich antinerdig wir werden müssen um das Gesellschaftsbild so verändern zu können wie wir sollten. Es ging mir mehr darum endlich die Menschen kennenzulernen, die meinen Alltag mit dummen Sprüchen, Antworten und Meinungen jeden Tag ein Stückchen besser machen. Im allgemeinen sah es nämlich einfach so aus, als hätte man die Nerdelite zusammengewürfelt, mit Mate aufgekocht und ahnungslosen, Business Schnöseln gespickt um Schluss hier und da mit einem iPad oder MacBook zu ganieren. Muss einen das stören? Nein nicht wirklich, weil es das ist, was uns besonders macht. Es ist der Unterschied zu den Business Schnöseln die in Fachliteratur nach dem Sinn von Twitter suchen und es dann möglichst profitabel einsetzen wollen. Es sind die Charaktere der Internetcommunity, die es uns möglich machen die Welt auf die uns einzig mögliche Art zu beeinflussen und dazu gehören wir kreativen, die dem ein Gesicht geben nicht weniger als all die programmierenden Nerds und polarisierenden Blogger. Nur indem wir untereinander einen Draht finden kann es irgendwie funktionieren und dabei ist es egal ob es negative oder positive Drähte sind. Ich habe mir von einigen ein komplett neuen Eindruck verschafft und viele Endrücke bestätigt, die vorher nur um Umgang über das Internet wuchsen. Es war geil Menschen zu sehen, die ich sonst nie hätte kennenlernen dürfen und schade, dass sich einige einfach nicht trauten mir mal Hallo zu sagen. Ich störte mich nicht an den Schnöseln, nicht an den iPhone, iPad und MacBook herumtragenden, sondern an denen die sich in die Gesellschaft nicht einfügen, versuchen sich in dem Pool der Nerds zu profilieren und uns dann für das verurteilen, was wir alle sind. Kellerkinder. Ich bin unzählige Male fotografiert und gefilmt worden, fühle mich als hätte ich mein Recht am persönlichen Bild mit betreten des Friedrichstadtpalastes abgegeben :) Ich bin auf dem Tag 1 Video zu sehen, habe literweise Mate getrunken und höre William Fitzsimmons. Jetzt mache ich mich auf den Weg zurück nach Hause, pleite, Reich, glücklich und traurig, müde und euphorisch sowie gelangweilt und aufgeregt. Wenn es sich nächstes Jahr finanziell anbietet bin ich wieder dabei, wenn nicht, dann nicht. Wegen der Menschen mit denen ich durch Berlin lief mag ich Berlin nun ein Stück lieber als vorher.

Foto: (cc) dirk-haeger.de